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EVD :: Speedskating :: Berichte :: Kriterium in Groß Gerau 2006

Speedskatingkriterium
Saisonopening auf der Bahn

Tilo zu Gast beim
größten Europäischen Bahnwettkampf


(29./ 30.04.06; Gross-Gerau) Am letzten Aprilwochenende wurde traditionsgemäß das Groß-Gerauer 28.Internationale Speedskating Kriterium veranstaltet. Erstmalig konnten die 75 Wettbewerbe, die zum Teil aus mehreren Rennen bestanden, dank einer ausgeklügelten Organisation erstmals innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens abgewickelt werden, obwohl die großen Teilnehmerfelder in den meisten Wettkampfklassen – bei den Aktiven Herren sogar über 100 Skater –wegen der notwendigen Vorläufe sogar bei Langstrecken und Staffelrennen einen erheblichen Zeitaufwand erforderten. Das hohe internationale Leistungsniveau – über die Hälfte der Teilnehmer waren Spitzenläufer aus dem Ausland – führte erwartungsgemäß dazu, dass nur wenige deutsche Läufer sich in der Spitze behaupten konnten. In den meisten Klassen dominierten die zahlreichen Nationalläufer aus Italien, Belgien und Frankreich klar das Wettkampfgeschehen. Diese, einer EM vergleichbare Situation, macht den hohen Stellenwert des Kriteriums aus und erklärt auch die große Attraktivität des Wettkampfs für die europäische Spitze. Die 20 teilnehmenden Nationen aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Tschechien, Schweiz, Ungarn, Slowenien, Finnland, Großbritannien, Liechtenstein, Polen, Portugal, Deutschland und von außerhalb Europas aus USA, Canada, Neuseeland, Südafrika repräsentierten ein breites Spektrum von Speedskating Ländern.

Beim 300m Sprint-Cup am Samstagvormittag konnten zwar noch drei deutsche Läufer Siege erzielen. Dies waren bei den Aktiven Herren Matthias Schwierz (Tuttlingen), bei den Junioren A Damen Sabine Berg (Gera) und Darmstädterin Mareike Thum bei den B Juniorinnen. Der Sieg bei den Aktiven Damen ging an die Europameisterin Erika Zanetti (Italien). Bei den Junioren B Herren gewann Stefano Spreafico (Italien). Hier waren keine Deutschen unter den ersten drei zu finden. Bei den Junioren A belegten sogar vier Läufer des italienschen Nationalteams die ersten Plätze. Von Groß-Gerau konnten Laethisia und Yannick Schimek einen sechsten und siebten Platz erreichen.

Beim eigentlichen Kriterium ab Samstagmittag, wo in der Regel drei Strecken pro Klasse gelaufen wurden, wurde die ausländische Dominanz noch deutlicher. Bei den Aktiven Herren dominierte klar der Franzose Yann Guyader, der für das holländische Timmermann- Powerslide World Team fährt. Er gewann alle drei Strecken. In einem faszinerenden Ausreißversuch mit seinem Team holte er dabei auch überragend die 10.000m Punkte Distanz mit großem Vorsprung. Bester Deutscher in dieser Klasse war der junge Groß-Gerauer und diesjährige Sportsoldat Pascal Ramali (Creative- Rollerblade) mit einem hervorragenden dritten Platz in der 10.000m Ausscheidung und erzielte gesamt Platz elf.


Als schlechter Sprinter erwartete mich bereits in der Qualifikation für die 500m Vorläufe einen sehr starken Vorlauf mit dem späteren Gesamtsieger Guyader (FRA), dem letztjährigen Juniorenweltmeister Tas (BEL) und dem deutschen Nationalmannschaftsläufer Toni Deubner (Eisenach, Team Microsport). Für die Vorläufe qualifizierte sich nur der Erste und 30 Zeitschnellste. Durch einen guten Start lag ich nach der ersten Kurve dem dritten Platz und im Windschatten kam mir das Tempo recht langsam vor, so dass ich nervös wegen der Zeitschnellstenregelung wurde und Eingangs der zweiten Kurve versuchte das Tempo zu forcieren. Allerdings trat ich dabei genau in den entgegenkommenden Wind und die Spitze zog auch sofort das Tempo an, so dass Toni innen an mir vorbeistechen konnte und ich sogar auf die vierte Position mit ca. 2m Rückstand zurückfiel. Der Abstand vergrößerte sich dann bis zum Ziel auf ca. 10m und ich schrieb die Vorläufe innerlich schon ab, doch manchmal geschehen auch Wunder, war der Lauf so schnell das ich mich über die Zeitschnellstenregelung doch noch für den Vorlauf qualifizierte. Hier war dann jedoch nach einem taktischen und einem Fahrfehler Schluss was am Ende mit Rang 40 von 77 angetretenen Skatern belohnt wurde. Ein für mich nicht Sprinter durchaus nicht so schlechtes Ergebnis. Vor allem war ich erstaunt, dass ich bei den Starts und in der Anfangsphase der Rennen relativ locker mithalten konnte.

Die Langstreckenrennen über jeweils 10000m Punkte und Ausscheidung wurden mit Vorläufen ausgetragen. Am Samstag waren zunächst die Punkterennen auf dem Plan. Für die Quali bedeutete dies, dass ich von 45 Startenden 30 hinter mir lassen mussten, da sich nur die ersten 15 für das Finale qualifizierten. Das Rennen wurde dann für mich in der Endphase auch schon ein Finalrennen, dennoch konnte ich mich qualifizieren. ärgerlich war hier nur das ich auf der letzten Runde, wo die Qualifizierten schon feststanden und es um nichts mehr ging von einem österreichischen Nationalteamskater auf rabiate Weise zu Fall gebracht wurde. Nur durch einen Hechtsprung auf den Rasen konnte ich Verletzungen vermeiden.
Im kurz darauf ausgetragenen Finale brannten die Beine von Anfang an, aber es lief nicht schlecht in der Phase vor den ersten Ausscheidungen und ein Platz unter den Top 20 sollte schon drin gewesen sein, doch dann brachte mein Österreichischer Freund einen anderen Skater unmittelbar vor mir zu Sturz und der nahm mich ohne eine Chance des Reagierens gleich mit und diesmal schön auf den Asphalt. Glücklicherweise hatte ich meine Handslider an und konnte so den Schaden geringhalten. Das war dann Rang 28 für mich.
Am Sonntag ging es dann mit den Vorläufen im Punkterennen weiter, bei denen sich die jeweils 20 Besten fürs Finale qualifizierten. Natürlich erwischte ich mit Vorlauf 1 den eindeutig schwierigen Vorlauf wie sich dann im Rennen herausstellte, da bei mir erstens das World Cup Team um den späteren Gesamtsieger fast komplett am Start war und so das Rennen kontrollierte und dazu noch fast die Belgische Nationalmannschaft, die sich gegenseitig die Punkte zuschanzten und somit Einzelskater kaum eine Chance hatten auf Punktejagd zu gehen. So blieb ich denn auch trotz dreier Anläufe ohne Punkte und musste am Ende um die vier verbliebenen Plätze der Skater, die bislang ohne Punkte waren mitsprinten. Mit Glück, weil man am Ende natürlich keine übersicht mehr hat wer die 16 Leute sind, die schon Punkte eingefahren haben, wurde ich genau 20-ter und überstand auch hier die Quali.
Im Finale lief es dann locker flockig und ich versuchte mich am Anfang zurückzuhalten und am Ende, wenn auch die Sprinter müde sind um die Punkte mitzusprinten. Leider wurde dies durch einen erfolgreichen Ausreisversuch des Gesamtsiegers Guyader mit seinem Teamkameraden Emiel Blauw (NED) vereitelt, da sie ab diesem Zeitpunkt alle Punkteprämien unter sich ausmachten. Von nun an versuchte ich den in der Gesamtwertung bestplatzierten Deutschen Ramali zu unterstützen und das Feld wieder an die Ausreiser heranzuführen, was aber wegen der fehlenden Unterstützung der restlichen Deutschen Skater und auch durch die fast unüberwindbare Kontrolle durch das Timmermann- Powerslide Team nicht gelang. Wenn ich aber bedenke das ich aus der AK30 in die Aktivenklasse hochgestartet bin und noch Tempoarbeit im Feld auf dem Niveau einer Europameisterschaft machen konnte, muss ich mit meinem Platz 21 in diesem Rennen mehr als zufrieden sein. Gesamtplatz 26 von 84 gestarteten Skatern ist ja auch so schlecht nicht.

Bei den Aktiven Damen kamen die französischen Nationalläuferinnen Aurelie Duchemin und Justine Halbout punktgleich auf Platz eins und zwei, gefolgt von der belgischen Nationalläuferin Nele Armee. Sie, schon in den Vorjahren erfolgreich beim Kriterium, ist in diesem Jahr in die Aktivenklasse aufgestiegen und hatte noch im letzten Jahr mehrere Junioren-EM Titel erzielt. Beste deutsche Läuferinnen waren hier Sandra Wieduwilt (Gera; Powerslide Racing) und Jana Gegner (Berlin; Zepto Skate Team) mit Platz vier und fünf.

Insgesamt waren die Ergebnisse der deutschen Läufer gegen die europäischen Spitzennationen Italien, Frankreich und Belgien durchaus zufrieden stellend auch unter dem Aspekt, dass oft die einzelnen Vereinsläufer sich gegen geschlossene Nationalteams durchsetzen mussten. Allerdings waren die ad hoc Versuche des deutschen Bundestrainers Bill Begg (NZL) in einigen Disziplinen Läufer aus verschiedenen Vereinen teammäßig zusammen fahren zu lassen gegen die eingespielten ausländischen Nationalteams noch nicht so von Erfolg gekrönt.


Link: Ergebnisse aller Klassen (pdf)

Link: Ergebnisse Aktive Herren Sprint Cup (pdf)

Link: Ergebnisse Aktive Damen Sprint Cup (pdf)


---- (Tilo Bock) ----

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